Megalithen mit Ogam-Inschriften

 

Keltische Ogam oder Ogham-Schrift

Ogam (später Ogham), Name der ältesten Schriftzeichen in Irland, die aus senkrechten oder schiefen Strichen, unter oder über der Linie oder dieselbe durchkreuzend bestehen. Nach mittelalterlichen Handschriften in Irland bestand diese Schrift aus 20 Zeichen, in vier Gruppen.

Zahlreiche Megalithen in Europa sind mit diesen Zeichen versehen. Hier ein paar Beispiele...........Das Ogam war die alte Nationalschrift der keltischen Stämme und findet sich daher auch auf alten Inschriften und Megalithen. Die Ogaminschriften scheinen lange vor Chr. bis 9. Jahrhundert n. Chr. zu reichen; in Irland blieb das Ogam noch etwas länger in Gebrauch. Die Ogaminschriften sind für die Geschichte der keltischen Sprachen durch die darin vorkommenden altertümlichen Sprachformen wertvoll. Wahrscheinlich hängen die Ogam mit der Runenschrift der germanischen Völker zusammen

Das Schriftsystem der 20 Hauptbuchstaben des Ogham besteht aus vertikalen oder aber schrägen Strichen, die an der Kante eines Steines angebracht wurde. So muss man sich in der Darstellung unten die horizontale Linie als Steinkante vorstellen, über die die Striche herüberlaufen. Wird das Ogham in Holz geritzt oder heutzutage auf Papier geschrieben, wird eine solche Linie üblicherweise als Orientierung benutzt.

Zumeist wurden Ogham-Inschriften auf Steinen von unten nach oben laufend angebracht, manchmal jedoch auch auf der Rückseite des Steins einfach von oben nach unten weitergeschrieben

Wir wissen nicht, wer das Ogam erfunden hat. Die uns zugänglichen Überlieferungen nennen verschiedene legendäre Wurzeln: eine biblische Quelle nennt Fenius Farsaidh, einen skythischen Weisen, der im Turm von Nimrod wohnte und ein Vorbote des gälischen Volkes war; eine irische Legende spricht von dem Thuatha de Dannan Gott Ogma, dem Vater der Sprache und Dichtung; und eine bardische Quelle nennt den großen Dichter der Milesier, Amairgin, den sagenhaften Urheber von vielen traditionellen poetischen Überlieferungen

Sehr bekannt ist das Ogham auch unter dem Namen "Baumalphabet", was darauf zurückzuführen ist, dass die Bäume immer als den Kelten besonders heilig galten und sie zudem den magischen Gebrauch der Ogham-Zeichen gut zu erklären vermögen. Es gibt jedoch auch noch andere Oghams, die vermutlich ebenso viel über die Bedeutung der Zeichen aussagen könnten, wüssten wir ihre Botschaften noch zu entschlüsseln. Dieses Wissen ist leider stark verschüttet, und würde wohl langer und intensiver "Ausgrabungen" bedürfen, wollte man es wieder genauso verstehen, wie das Wissen der Bäume.

Die Kelten haben nur wenig Schriftliches hinterlassen. Doch vor allem in Irland finden sich auf einigen Denkmälern Inschriften, die in der Oghamschrift (auch. Ogamschrift) verfasst wurden. Diese Schrift wurde nach dem Gott Ogma oder Ogimos, der als Erfinder der Schrift gilt, benannt.
(Es ist nicht bekannt, ob auch andere keltische Völker außer den Iren noch eine Schrift entwickelt hatten.)

Es wird vermutet, dass jeder einzelne Buchstabe wiederum einem Baum zugeordnet war, dem bestimmte Eigenschaften zugesprochen wurden. Auf diese Art und Weise konnten leicht überall Orakel gedeutet werden, z.B. auf einem Stein oder Ast oder auch auf bloßer Erde. Es ermöglichte aber auch, rituelle Formeln aufzustellen, z.B. für Bannsprüche. Allerdings finden sich sehr unterschiedliche Angaben zu den Baumzuordnungen.

Das Baum-Ogham:

B = Beth/Birke
L = Luis/Eberesche
F = Fearn/Erle
S = Saille/Weide
N = Nion/Esche

H = Huath/Weißdorn
D = Duir/Eiche
T = Tinne/Stechpalme
C = Coll/Haselnuss
Q = Queirt/Apfelbaum

M = Muin/Weinstock (manche sagen ursprünglich Brombeere)
G = Gort/Efeu
NG = Ngetal/Ginster (oder Farn)
STR = Straiph/Schwarzdorn
R = Ruis/Holunder

A = Ailm/Föhre
O = Onn/Stechginster
U = Uir/Heidekraut
E = Edhadh/Espe
I = Idhadh/Eibe
 

 

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