Großsteingräber im Landkreis Harburg
 
 
 
 
Fünf Großsteingräber im Landkreis Harburg
 
Ich möchte darauf hinweisen das die Ausarbeitung dieses Projekt über die Großsteingräber im Landkreis Harburg nicht den Anspruch einer wissenschaftliche Publikation erhebt.
 
Es ist vielmehr eine oberflächliche Zusammenfassung, bei einer Vielzahl von vorhandenen. Fachbüchern und Texten.
Der Verfasser möchte den Lesern und Interessierten nur einen Anreiz geben den alten Denkmälern der Steinzeit einmal Ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Auf Kommentare und Fußnoten wurde daher verzichtet.
 
Der Verfasser Sven Poslednik
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gehen wir lange, lange zurück in die Vergangenheit.
 
Vor ca. 5.500 Jahren lebte im Raum Harburg die sogenannte Trichterbecherkultur.
 
 
Die Trichterbecherkultur ist eine archäologische Kultur der Jungsteinzeit
(ca. 4.200–2.800 v. Chr.) im nördlichen Mitteleuropa und in dieser Region die erste bäuerlich geprägte Kultur.
 
Diese Kultur hinterließ uns neben Scherbenfunden Ihre monumentalen
Megalithen- Bauwerke, die Dolmen, die Großsteingräber die wir auch als Hünengräber kennen.
 
 
Die Zeit der Trichterbecherkultur
 
Die Trichterbecherkultur bzw. Trichterbecherleute sind die Nachfolger der Bandkeramikkultur ( 5.500 v.Chr- 4.200 v. Chr ) und werden in die Zeit des europäischen Frühneolitihikum datiert. Die Bandkeramiker baute noch keine Großsteingräber. Die Trichterbecher werden vier Gruppen unterteilt. Die Westgruppe vom Gebiet der Rheinmündung bis etwa zur Weser, die Ostgruppe im Norden von Polen, die Südostgruppe in Südpolen bis etwa zum Dnjepr, die Südgruppe in Mitteldeutschland und Tschechien und die
Nordgruppe von Skandinavien bis zum im mittleren Teil Norddeutschlands.
 
Die Nordgruppe der Trichterbecherkultur lebte also auch hier im damaligen Raum um Harburg dem nördlichen Europa.
 
Neben der Trichterbecherkultur lebten in weiten Teilen Europas noch zahlreiche andere Kulturen parallel.
 
Der Begriff Trichterbecherkultur wurde 1910 eingeführt, nach dem bei Ausgrabungen gefundenen, typischen Becher mit Trichterrand.
 
 
Vor 5.500 Jahren war die Zeit der Neolithischen Revolution in Europa, die schon ab 7.500 v.Chr datiert wird . Der Begriff wurde von Vere Gordon Cilde begründet und wurde auch von Gabriel de Mortillet dem Begründer der Altertumsforschung als erste Revolution der Menschheit bezeichnet. Diese Revolution hat sich in der Welt zu verschiedenen Orten zu verschieden Zeiten vollzogen. Die Neolithische Revolution hat seinen Ursprung wohl im Gebiet des fruchtbaren Halbmonds und ist dort bereits seit ca. 10.000 v. Chr kennzeichnend. Die Forschung dazu ist jedoch nicht abgeschlossen.
 
Diese Revolution zeichnet sich aus durch den Wandel der Menschen vom Jäger und Sammlervolk zu sesshaften Bauern. Die ersten Siedlungsplätze mit einfachen Holzhütten entstanden. Es war der Anfang vom Ackerbau und Viehzucht. Es wurde Vorratshaltung betrieben und die Pflanzen und Tiere domestiziert. Ebenso gab es einen Wandel in der Glaubensvorstellung. Die Menschen begangen durch Handelsbeziehungen zu anderen Völkern des Osten und Südens andere Glaubensvorstellungen und Idealen nach zu eifern. Ein neuer Jenseitsglauben führte zum Bau der Großsteingräber. Die Toten begaben sich nach der Glaubensvorstellung auf eine Reise ins Jenseits. Den Toten wurden Oferbeigaben und Nahrung mit ins Grab gelegt.
 
Untersuchung von Pollenproben ergeben, daß wir in der Region während des Mittelneolithikums um ca. 3200 v. Chr. mit einer Landschaft zu rechnen haben, deren Wälder hohe Werte von Hasel anzeigen. Der Boden war bereits durch menschliche Aktivität stark aufgelockert. Die Menschen lebten auf "Rodungsinseln" im Wald, wo sich die wenigen Häuser, der kleinen Einzel Siedlungen und die Anbauflächen befanden. Die Großsteingräber befanden sich unweit der Siedlungen, meist auf gut zu erkennen, markanten Plätzen. Oft auf einer Anhöhe gelegen. Diese bewußte Positionierung auf natürlichen Höhen legt nahe, daß die Grabhügel wahrnehmbar sein sollten.
 
So können wir uns ein Bild machen wie es im damaligen Raum Harburg vor 5000 Jahren aussah.
 
Verbreitung der Megalithenbauwerke
 
Megalithenbauwerke kommen neben einen großen Verbreitungsgebiet in Europa auch weltweit vor
Als Megalithkultur (altgr. mega „groß“ und altgr. lithos „Stein“) wird unzutreffend eine Reihe nicht miteinander verwandter, europäischer Kulturen der Jungsteinzeit und der Bronzezeit bezeichnet. Der Begriff „Megalithkultur“ beinhaltet mit Ausnahme der Verwendung von „großen Steinen“ keine weiteren Gemeinsamkeiten. Die betreffenden Bauwerke (Megalithanlagen) bestehen aus bearbeiteten oder unbearbeiteten Steinen von 2- 5 Tonnen und mit Gewichten bis zu 30 Tonnen für Decksteine.
 
Manche Experten der UNI Kiel sprechen nach neusten Untersuchungen von ehemals 50.000 Megalithen Anlagen in Europa und Sie sind neben den Hügelgräber die am meisten vorkommenden Überbleibsel der Vorzeit. Hügelgräber und Hünengräber werden dabei oft verwechselt.
Großsteingräber kommen im europäischen Raum hauptsächlich in Skandinavien, Deutschland Niederlande und Polen ab 3.700 v. Chr. , in Frankreich mit den ältesten ab 4.700 v. Chr, in Großbritannien und Schottland aber auch auf Korsika und Sardinien ab 3000 v. Chr. vor.
Ein Fokus liegt auf der Zeit höchster Bautätigkeit (ca. 3.600–3.200 v. Chr.) und der Weiternutzung megalithischer Anlagen (bis ca. 2.800 v. Chr.).
 
Sie verbreiteten sich wohl parallel über die Kontinente.
Die Verbreitung der Megalithen-Anlagen in Deutschland konzentriert sich dabei auf Gebiete von Rügen, westliches Mecklenburg, Haldenslebener Forst,
Elb- Weser- Dreieck, Emsland, nördliches Niedersachsen, Schleswig Holstein, Altmark, nördliches Westfalen, Westliches Holstein und beispielsweise Dithmarschen.
 
Zwischen 3.700 und 2.800 v. Chr. wurden in Nordeuropa etwa 50.000 Megalithen-Anlagen als Steinkammern fast generell aus Findlingen und Über- Hügelung und Einfassungen erbaut.
 
In Deutschland sind von einst mehr als 5.000 zum Teil recht eindrucksvollen Megalithen-Anlagen nur noch etwa 900 (davon 443 in M/V und 121 in S/H) vorhanden.
 
Im Raum Harburg hat es einmal mehr als 100 Großsteingräber gegeben haben. Heute sind nur noch 5 von den stark zerstörten Anlagen teilweise erhalten.
 
 
Weltweit finden wir Megalithen Anlagen beispielsweise in der Türkei, in Georgien, Syrien und Palästina, aber auch auf der Osterinsel oder in den Hochkulturen Mesoamerikas, in Indien, Indonesien, Korea Südrussland, Georgien, Nordafrika, Indochina, ohne dass eine genetische Verbindung zwischen den Standorten besteht
In Südamerika entstand eine vorkolumbianische Großsteinarchitektur (Tiahuanaco). Megalithenanlagen finden sich in Ihre ursprüngliche Ausbreitung ist weitgehend ungeklärt. Es gibt also keinen sogenannten Stamm von Großsteingräberleuten.
 
In Irland kommen heute noch 1.000 Megalithenbauwerke vor. In Dänemark noch gut 2.000.
1827 n.Chr. gab es nach Zählungen auf der Insel Rügen noch 229 Großsteingräber wovon es heute nur noch 38 gibt.
1895 hatte man im Herzogtum Oldenburg noch 150 Steindenkmäler registriert , 1975 waren es nur noch 56; d.h. 94 waren trotz Denkmalschutz in 80 Jahren zerstört worden.
Am 13.4.1819 wurde die erste Bekanntmachung der herzöglichen Kammer zu Oldenburg veröffentlicht, der zufolge die Denkmäler des Altertums möglichst erhalten werden sollen.
Am 26.4.1819 wurden die Ämter Oldenburg angewiesen, die in Privatbesitz befindlichen Denkmäler möglichst durch Landtausch für den Staatsbesitz zu erwerben oder ggf. auch in bar zu vergüten. In einer Bekanntmachung vom 14.3.1881 wurden Grabungen an den im Besitz der Forstverwaltung befindlichen Steindenkmälern unter Strafe gestellt.
1893 befanden sich die dann viele Steindenkmale des Altertums im Eigentum des Staats.
Es gibt überall lokale Besonderheiten und lokale Ballungszentren wie das Emsland mit den Emsländischen Kammern. Die Lüneburger Heide mit der Lüneburger Gruppe. Die Lüneburger Gruppe zeigt den schnellen Übergang vom Dolmen zum Ganggrab in dieser Region. Laut F. Laux gibt es dort: verbreitet Siedlungslandschaften.
Die Holsteiner Kammer oder norddeutsche Langkammer ist vorwiegend in Schleswig Holstein und an den Küstengebieten der Ostsee anzutreffen. Die norddeutsche Langkammer ist eine rechteckige Form des Ganggrabes.
Das Breiten/Längenverhältnis der Ganggräber liegt im Allgemeinen zwischen 1:1,2 bis 1:6. Dieses Verhältnis überschreiten die langen Emsländischen Kammern mit bis zu 1:14 recht deutlich.
Eine allgemein gültige Kennzeichnung ist daher schwierig.
Das Langbett und das Ganggrab kommt im gesamten Verbreitungsgebiet am häufigsten vor.
 
 
 
Bezeichnungen und Typologie der Megalithen-Anlagen
 
Die verschiedenen Bauten beziehungsweise Steinsetzungen werden in Deutschland je nach Ausführung und vermutetem Verwendungszweck als Hünengräber, Dolmen, Ganggräber, Menhire, Steinkisten, Steinkreise oder Steinreihen bezeichnet. In anderen Ländern benutzt man andere Begriffe. Allgemein spricht man Megalithenbauwerken oder Großsteingräbern.
 
Der Begriff Dolmen wurde von dem in der Bretagne geborenen Théophile Malo Corret de la Tour d'Auvergne (1743–1800) in die Altertumsforschung eingeführt.
Die Bezeichnungen Dolmen leiten sich ab von britischen, bretonischen Steintisch und ist ein in der Regel aus großen Steinblöcken errichtetes Bauwerk, das als Grabstätte diente und aus mehreren aufrecht stehenden Steinen besteht, die meist eine oder auch mehrere Deckenplatten tragen. In Frankreich sehen die größten Anlagen auch dem entsprechend aus.
 
Der Urdolmen steht am Anfang der Entwicklung der Megalithanlagen und kommt um 3.700 v. Chr. beinahe im gesamten Verbreitungsraum der nordischen Megalitharchitektur vor.
 
Von dem schwedischen Archäologen Gustaf Oscar Augustin Montelius (* 9. September 1843 in Stockholm; † 4. November 1921 ebenda) wurde die Steinzeit in eine „Dolmen-, Ganggrab- und Steinkistenzeit“ eingeteilt. Die Steinkistenzeit entspricht dabei dem Endneolithikum (Becherkulturen). Diese Einteilung hat in groben Zügen auch heute noch Bestand. 1869 führte er das erste chronologische System der Altsteinzeit mit den vier Stufen Moustérien, Aurignacien, Solutréen und Magdalénien ein. Von ihm stammt eine Methode, die auch die Geographie der Fundorte und die Morphologie der Funde ausnutzt. Er prägte den Fachausdruck des geschlossenen Fundes für den Fundzusammenhang eines vom Erdboden verdeckten Befundes.
 
Ewald Adolf Ludwig Wilhelm Schuldt hat zwischen 1964 und 1972 den Merkmalen und Typen der Megalithen eine Einteilung gegeben. Diese Typologie ist heute richtungsweisend.
Ewald Adolf Ludwig Wilhelm Schuldt (* 3. Januar 1914 in Mechelsdorf bei Rerik; † 1. Juni 1987 in Schwerin) war ein deutscher Prähistoriker. Ewald Schuldt gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten mecklenburgischen Archäologen. Ihm gelangen nachhaltige Untersuchungen, besonders auf dem Gebiet der Ur- und Frühgeschichte. Seine wissenschaftliche Arbeit schließt sich damit an die von 1835 von G.C.F. Lisch begonnenen und 1880 bis 1942 von Robert Beltz fortgesetzten Forschungen an. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit lagen auf Ausgrabungen von Großsteingräbern.
Ernst Sprockhoff (* 6. August 1892 in Berlin; † 1. Oktober 1967 in Kiel) war ein deutscher Prähistoriker und erfasste alle (etwa 900) deutschen Megalithanlagen in einem durchnummerierten Katalog, den Atlas der Megalithenkultur.
Die so genannte Sprockhoff- Nummer kennzeichnet die Anlagen bis heute und geben den Großsteingräbern eine fortlaufende, unverwechselbare Nummer und Bestimmung.
 
Bereits 1867 einigte man sich im 2. Internationalen Kongress für Archäologie darauf, nur Monumente aus nahezu unbehauenen Steinen als Megalithen zu bezeichnen, also etwa nicht die ägyptischen Obelisken.
Das Joch oder Ur-Dolmen ist das bekannteste Bauwerk.
Das Joch besteht aus den Trägersteinen und dem Deckstein. Darüber war dann ein Erdhügel aufgeschüttet. Klein und einfach bebaut wurden beim Urdolmen die Steine auf die Seite gelegt und mit einen Deckstein versehen.
Der Prototyp des Urdolmens ist die allseits geschlossene und in den Boden vertiefte, so genannte Blockkiste. Der Urdolmen hat keinen Zugang und ist, einmal verschlossen, schwerlich noch einmal zu öffnen und wiederzuverwenden. Sie war somit für eine einmalige Nutzung vorgesehen. Man kann am Urdolmen die Entwicklung, nachvollziehen und erkennen, wie sie der gestellten Anforderung mit immer ausgereifteren (und größeren) Lösungen begegneten.
Dies gilt auch beim Ausbau des Urdolmens zum Erweiterten Dolmen . Hier wurde durch einen Vorbau ein Eingang geschaffen.
Man unterscheidet: erweiterte Dolmen mit Vorraum und mit so genanntem Windfang.
Es gibt die Rechteckdolmen oder Vieleckdolmen , trapezförmige Dolmen und die runden Variante, dem Polygonaldolmen, bezeichnend anhand des Grundrisses.
Während der Urdolmen regelhaft einen Deckstein hat der Rechteckdolmen, der sich primär durch die Stellung der Tragsteine (stehend) vom Urdolmen (liegend) unterscheidet, eins bis zwei Decksteine.
Beim Vieleckdolmen wurden die Längs- oder Schmalseiten der Großsteingräber um ein Trägerpaar erweitert und ein entsprechender größerer Deckstein aufgelegt.
Eine weitergehende Untergliederung der Rechteckdolmen bezieht sich auf den Zugang, der mit einer Art Schwellenstein, mit einem träger hohen Halbstein oder mit einwinkelnden Trägern versehen sein kann. In Langhügeln liegen Rechteckdolmen zumeist quer zur Achse des Hünenbettes. Beim Polygonaldolmen bilden fünf bis neun Tragsteine den polygonalen Kammergrundriss. Ein vorgebauter Gang ist zwar obligatorisch, aber oft nicht erhalten. Da die Breite einer nordischen Megalithanlage aufgrund des Ausgangsmaterials nur begrenzt ausbaubar ist, wurde der Längenausbau bei dem Bestreben nach Vergrößerung der Kammern zum wesentlichen Gestaltungsziel.
Der Polygonaldolmen ist eine optisch besonders ansprechende Architektur und dient daher, oftmals abgebildet, als der Urtyp des Dolmens. Fünf bis neun Tragsteine bilden den polygonalen Kammergrundriss. Ein einzelner mitunter besonders großer Deckstein liegt auf. Ein vorgebauter Gang ist zwar obligatorisch, aber oft nicht erhalten. In anderen Länder z.B. Großbritannien und Frankreich werden andere Begriffe benutzt.
Erste Fortschritte - im Sinne der Mehrfachnutzung - erfolgen durch die Schaffung eines Zugangs.
Ab dem dritten Deckstein spricht man von Großdolmen. Hier liegen auf den acht bis zwölf Tragsteinen bis zu fünf Decksteine auf. Großdolmen erreichen mit durchschnittlich 14 m³ Innenraum die Größe von der nächsten Variante den Ganggräbern. Neben den Ganggräbern sind die Großdolmen die zweite Anlagenform, deren mittlere Decksteine mitunter auch in Jochbauweise aufgelegt wurden.
Der Großdolmen kommt primär in M/V vor und hat zwei verschiedenen Zugangsarten.. Einige Großdolmen wurden unter Verwendung eines relativ breiten Zwischenmauerwerks, auf das auch die Decksteine aufgelegt wurden, verlängert.
Die meisten Dolmentypen der nordischen Megalitharchitektur sind Ganggräber und sind an der Längsseite quer lateral geöffnet. Dabei wurden die Tragsteine so aufgestellt das ihre glatten, beim Eistransport abgespalteten Flächen die Flächen der Innenwände der Kammer bildeten. Während es beim Ganggrab zunächst nur Deckenkonstruktionen gibt, die ihre Statik aus der Tragfähigkeit einer Dreipunktauflage gewinnen, ist der finale architektonische Schritt im Findlingsbau die echte Jochkonstruktion. Bei ihr sind drei Steine (ein Joch) trilithenartig als statische Einheit verbaut. Weil diese Zweipunkt-Auflage bei unbearbeiteten Natursteinen höchst instabil ist, stützen sich die Decksteine der einzelnen Joche seitlich aneinander ab. Die beiden Enden in einer jeden Decksteinreihe bestehen allerdings immer aus Dreipunktauflagen, da sie der ganzen Konstruktion den nötigen Halt verleihen. Ein Zwischenschritt ist die gelegentliche Auflage der Decksteine auf das Zwischenmauerwerk. Es gibt beim Kammeraufbau mit naturbelassenen Findlingen zwei wesentliche Unterschiede. Bei den relativ kurzen Anlagen (zwei Decksteine) sind der oder die Decksteine der Anlagen der Trichterbecherkultur ausschließlich in Dreipunktauflage aufgelegt. Bei längeren Anlagen (mind. drei Decksteine) können die Decksteine auch in der so genannten Jochkonstruktion (Zweipunktauflage) aufgelegt sein.. Da eine einzelne, isolierte Jochkonstruktion statisch instabil ist, liegen die Decksteine von Jochkonstruktionen aneinander an und befinden sich zwischen zwei Bereichen, die aus statisch stabilen Dreipunktauflagen bestehen. In der Regel bilden diese die Enden der Anlage, kommen bei besonders langen Anlagen aber auch im mittleren Bereich, zum Beispiel im Zugangsbereich vor. Der allseits bearbeitete Trilith (z.B. bei maltesischen Tempeln) bildet das eigenstatisch stabile Gegenstück zum Joch.
Der Boden der Grabanlagen wurde mit Kieserde, Lehm oder auch mit Feuersteinsplitter gepflastert.
Die meisten Megalithen Anlage wurden mit einem Hügel überzogen um der Kammer zusätzlichen Schutz zu geben und machten das Bauwerk somit noch imposanter.
Einige Kammern sind in einer Breite von 60 cm durch hochkant stehende, 30 cm hohe Platten abgetrennt. Man spricht von Quartieren. Es bezeichnet die Unterteilungen des Kammerbodens einer Megalithenanlage durch (zumeist) senkrecht aufgestellte Steinplatten oder gelegentlich Mauerwerk.
Die Gräber wurden teils über Jahrhunderte immer wieder mit neuen Bestattungen und Beigaben ausgelegt. Es waren somit Gruften, die für einen sehr langen Zeitraum und für viele Nachbestattungen gebaut wurden.
Eine andere Theorie geht davon aus, dass zuerst die Decksteine auf einem Erdhügel abgelegt wurden, und dann die Tragsteine darunter eingepasst wurden. Zum Schluss wurde das Innere der Kammer wieder von Erde befreit.
Für beide Theorien gibt es gute Gründe.
Bei einigen wenigen Gräbern wurden Pfostengruben nachgewiesen, die darauf hindeuten, dass zumindest für den Bau Stützbalken verwendet wurden.

 
Wie schon erwähnt eine allgemeine- Bezeichnung und Baumethode ist oft sehr schwierig.
 
Das Langbett
 
Ein Langbett oder Hünenbett ist ein langgestrecktes mit einen Langhügel überzogenes Großsteingrab.
Das Langbett, Hünenbett oder auch Riesenbett genannt besteht aus einen oder mehreren Dolmen bzw. Kammern und kann über bis zu 9 Decksteinen verfügen
Es ist mit einer oft sehr langen Einfassung von mehreren Steinen umgeben.
Oft seiner Größe wegen gegenüber dem einfachen Dolmen wird es als Königsgrab bezeichnet.
Es besitzt eine oder mehrere Hauptkammern als eigentliche Grabkammer. Zu den langen Hünengräbern gehören eigentlich auch die Ganggräber und einige der Steinkisten. Sie sind die häufigste Variante der Großsteingräber. Die Kammer kann Parallel oder Quer zum Langbett liegen.
Es kommt auch als kammerloses Hünengrab vor. So gibt es Langbetten mit bis zu 180 Meter Länge.
 
Diese Gräber sind besonders beeidruckende Monumente. Ob hier der Fürst, Adel oder eine Oberschicht bestattet wurde kann bis heute nicht beantwortet werden.
 
Die Einfassungen können in vielen Varianten vorkommen z.B. als Oval, Viereck, Rechteck, Trapez, etc...
 
Es gibt auch Vielfachnutzungen bei denen in den Hügeln Gebeine und in späterer Zeit Urnen eingesetzt bzw. beigesetzt wurden. Nach dem Einbruch anderer Kulturen in Nordeuropa z.B. der Schnurkeramikkultur früher Streitaxtleute genannt wurden zuletzt nur noch kleinere Steinkisten gebaut. Später ging man zu Baumsärgen über und schließlich mit der Vereinigung der späteren Einwanderer um 1400 v. Chr. zum neuen Totenkult und der Verbrennung des Leichnahmen und der Beisetzung in Urnen.
Es bildete sich die Zeit der Einzelgräberkultur und die Beisetzung in Urnenfeldern. Es war auch der Wandel im Glauben. Vom Sonnenkult zum Seelenglauben. Der Mensch, die Seele musste sich vom sterblichen Körper lösen und getrennt werden. Der Körper wurde verbrannt.
 
Oft werden die „Hünengräber“ mit den in Mittel- und Nordeuropa vorkommenden Hügelgräbern verwechselt, die ausschließlich aus Erdmaterial bestehen und meist aus der Bronze- oder Eisenzeit stammen. Selbst amtliche Karten bezeichnen diese manchmal fälschlicherweise als Hügelgräber. Dabei ist die Unterscheidung schon alt: Schon Johann Friedrich Danneil grenzte bei seinen Grabungen in der Altmark um 1820 klar die Hügelgräber, die damals Kegelgräber genannt wurden, von den Hünengräbern ab.
 
Viele der Anlagen verfügen noch über einen zusätzlichen Steinkreis als Abgrenzung und als Bannkreis bezeichnet. Zur späterer Zeit wurden diese Anlagen von nachfolgenden Kulturen als Kultstätten genutzt.
 
 
Viele zerstörte Dolmen lassen heute Ihre Form nicht mehr bestimmen.
Hünen leitet sich von hiune und das niederdeutsche „hûne“ mit der Bedeutung „Riese“ ab.
Bis ins frühe Mittelalter glaubte die Menschen damals, Riesen hätten diese Anlagen gebaut Es sollen also „Gräber für Riesen“ oder auch von Riesen sein. Bis ins 18. Jahrhundert glaubte man sogar diese Hügel und Bauwerke seien Naturphänomene. Wenn Steine oder Krüge zu Tage kamen glaubte man gar Steine könnten aus der Erde wachsen. Ebenso glaubte man an Teufelswerkzeug. Der teufel hatte seine Hände im Spiel. So entstanden viele Sagen und Geschichten um die Großsteingräber. Viele Anlagen haben diesen Sagen ihre Namen zu verdanken. Es gibt Bezeichnungen wie Teufelsbackofen, Teufelssteine oder Teufelsfelsen.
 
 
Bauleistung
 
Der Bau solcher riesigen Anlagen mit Ihren tonnenschweren Steinen wäre auch heute noch selbst mit technischen und maschinellen Mittel eine Meisterleistung. Es muss damals eine logistische Meisterleistung gewesen sein nur mit Muskelkraft und Hebeln solche Massen an Ihren Platz zu bringen. Es waren nicht einfach nur Großfamilien oder Dorfgemeinschaften, es müssen größere Gruppengemeinschaften mit ausgebildeten Gesellschaftsstrukturen zusammen gearbeitet haben. Das Wissen hierüber wurde mündlich über Generationen weiter gegeben. Es gab damals noch keine bekannte Schriftform.
Das nördliche Europa am Rande der letzten Eiszeit , der Weichsel-Kaltzeit bietet eine Menge an liegen gebliebenen Findlingen. Diese wurden aus der Umgebung herangeschafft und zum Bau verwendet. Aus diesem Grunde lassen sich die Großsteingräber vorwiegend im nördlichen Europa nachweisen.
Die Lücken zwischen den Steinblöcken wurden mit Trockenmauerwerk und kleinen Kiessteinen aufgefüllt. Der Boden wurde mit Kieserde, Lehm oder auch mit Feuersteinsplitter ausgelegt.
 
Die Leistung der Baumethode ist durch eine experimentelle Modellrechnung bei der Rekonstruktion eines Großsteingrabes von Großenkneten in der Nähe von Oldenburg kalkuliert worden. Es wurden benötigt an Arbeitsstunden:
1.400 Std. für die Steingewinnung und das Ausgraben von Findlingen.
74.490 Std. für den Transport der Findlinge aus einem geschätzten Radius von einem Kilometer um die Baustelle.
33.160 Std. für den Kammer- und Gangbau mit Findlingen und der Einfassung von 70 bis zu 4 Tonnen schweren Blöcken, den Aushub von Standgruben im Gesamtumfang von 60 m2, das Einbringen von 700 m2 Erdschüttung in das Innere des Hünenbettes. Somit ergab sich eine Gesamtleistung von 109.050 Arbeitsstunden
Damit könnten 100 Personen bei einem 10-Stunden-Tag ein Großsteingrab in 110 Tagen errichten.
Ein vergleichbarer Versuch am Sailer See ebenfalls wie Großenkneten im Emsland brachte im Jahr
 2000 ähnliche Ergebnisse. Bei dem Experiment wurde eine 10 t. schwere Last, bestehend aus ein großen Findling auf Rollholzern bewegt. Mit einem Hebelarm sollte der Start erleichtert und dann die Vorwärtsbewegung auf den Holzrollen durchgeführt werden..
Der Aufbau zum Transport dieser Last war sehr aufwendig; denn die Rollhölzer mussten genau parallel laufen, ebenfalls in den Kurven. Die Schienen müssen höhengleich sein. Auch wurde ein Schlitten benötigt, auf dem die Last ruht. Der Kraftaufwand zur Überwindung der Ruheposition und der Rollwiderstand waren höher als berechnet.
Unter Zuspruch vieler Zuschauer, Honoratioren aus Politik und Wirtschaft, wurde das erste Hünensteinfest ausgerichtet. Der etwa 10 t. schwere Findling ruht auf einem Schlitten. Unter diesem Schlitten sind Rollen (Rundhölzer) die auf "Schienen" laufen. 32 Zugseile sind am Schlitten befestigt. Der Transport des Findlings sollte als "Wettstreit" zwischen Politikern der Region und Mitgliedern eines Vereins für historische Fahrzeuge durchgeführt werden. Sollte der Versuch glücken, würde ab 2002 ein regelmäßiger Wettstreit zwischen Vereinen und Gruppen beim "Hünensteintransport" ausgerichtet. Die Versuche haben gezeigt, dass man in der Lage ist, mit etwa 30 ungeübten Personen einen 10 t. schweren Stein zu bewegen, wenn man dazu geeignete Seile, z.B. aus Leder, geeignetes Rollholz sowie einen vorbereiten Weg aus einseitig abgeflachten Holzstämmen einsetzt. Man kann auch problemlos Steigungen mit 8 Prozent Gefälle überwinden. Das Heben von unbearbeiteten Steinen ist äußerst schwierig. Die Versuche haben gezeigt, dass man Höhen mit einer schiefen Ebene überwinden kann. Diese Aufgabe lässt sich noch einfacher bewältigen, wenn man das Schienennetz aus einem Hartholz gestaltet.
Die meisten Anlagen jedoch waren wesentlich umfangreicher als bei den Experimenten.
Die Findlinge wurden also so nimmt man es an aus der nahen Umgebung mit Hilfe von Rollen und Zugtieren herangetragen. Mit Rampen ließ man die Steine an Ihren bestimmten Platz bringen. Teils wurde auf den Winter gewartet um die schweren Steine bei Eis und Schnee besser bewegen zu können.
Tausende Jahre später wurden die Anlagen bis in unsere Zeit bei Flurrodungen zerstört die Steine gebrochen und für den Straßenbau oder zur Begrenzung von Gehöfen genutzt und für immer zerstört. Ideologische und religiöse Gründe haben eine geringe Rolle gespielt, obwohl die Steine auch für Kirchenbauten zerschlagen wurden. In der Folge der im 17. Jahrhundert einsetzenden Aufklärung, aber insbesondere durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurden viele der alten Denkmäler zerstört. Zerstört wurden die Gräber auch dort, wo sie den Bauern beim Beackern ihrer Felder im Wege waren, aber die meisten Steine wurden damals für den Hafen- und Straßenbau entfernt. Noch immer gibt es Vandalismus und Leute die Ihren Müll hier liegen lassen und keine Achtung vor diesen fantastischen Anlagen haben.
Das Langbett Kleckener Wald im Lkr. Harburg
 
 
Das Langbett im Kleckener Wald ist ein sehr beeindruckendes Beispiel der damaligen Baukunst der Trichterbecher Kultur. Es muss zur damaligen Zeit ein imposanter Anblick gewesen sein.
Es hat die Sprockhoff- Nummer 675.
Das Langbett wird volkstümlich das Salongrab genannt.
 
Fährt man von Klecken (an der A1, südlich von Hamburg) nach Süden Richtung Buchholz, hat man kurz nach der Siedlung "Am Walde" unmittelbar rechts der Straße das Großsteingrab liegen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat man eine große Parkbucht, wo man gut parken kann. Ein Hinweisschild auf das Großsteingrab gibt es nicht. Neben der Anlage steht eine Informationstafel.
Es handelt sich um eine sehr schöne und sehenswerte Anlage mit einer Grabkammer in einem langen Hünenbett.
Das Langbett ist etwa 20° NE-SW orientiert. Die Ausrichtung ist dem höchsten Stand der Sonne nachempfunden. Das rechteckige Hünenbett weist eine Länge von 48 Metern und eine Breite von 6 Metern auf. Es besteht aus 76 Einfassungssteinen. Ursprünglich war die gesamte Anlage einmal mit einen Langhügel von bis zu 70 m versehen der wahrscheinlich über die steinerne Einfassung hinaus ragte.
Die eigentliche Grabkammer des Großsteingrabes im Kleckener Wald besaß ursprünglich 2 X 5 Trägersteine und mindestens 4 bis 5 große Decksteine. Die Kammer dürfte an die 6m X 2 m groß sein.
Heute sind von der Kammer nur noch ein Deckstein und die 10 Trägersteine vorhanden . Der Deckstein liegt auf den nördlichen Tragsteinen. Der Zugang zur Kammer, von dem noch ein Stein erhalten ist, befand sich an der östlichen Längsseite.
 
 
 
 
Am Salongrab kreuzen sich die Wanderwege des Niedersachsenweg und der Freudenthalweg.
 
Das Großsteingrab wurde 1892 erstmals restauriert. Von früheren Versuchen, die Steine zu zerkleinern und für den Haus- und Straßenbau abzutransportieren, zeugen z.B. deutlich sichtbare Meißelspuren an einem Stein der südlichen Schmalseite des Hünenbettes.
Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine Ausgrabung an dem Großsteingrab, dabei wurden keinerlei Funde getätigt. 1930 kam das Bruchstück einer Feuersichel der Jungsteinzeit zum Vorschein.
Gut 80 m weiter nördlich befindet sich ein weiterer bronzezeitlicher Grabhügel.
Eine neue Informationstafel für das Großsteingrab im Kleckerwald wurde durch die Initiative der Bodendenkmalpflege des Landkreis Harburg und der zuständigen Revierförsterei im Jahr 2010 eingeweiht.
 
Das Ganggrab in Emsen
 
Das Megalithengrab bei Emsen ist sehr versteckt im Wald und keiner den ich bei meinen Besuchen angesprochen habe kannte es, noch hat irgend ein Anwohner es je gesehen da es abseits der Wege liegt und keine Hinweisschild oder der gleichen hat. Dabei handelt es sich um eine wirklich schöne und nicht unbedingt kleine Anlage die hier versteckt mitten im Wald liegt.
 
Das Großsteingran hat die Sprockhoff- Nummer 673
 
Beim Großsteingrab handelt sich um ein Ganggrab mit langen Zugang
Die Kammer besitzt heute noch 8 Tragsteine und 1 Deckstein von ehemals 4 Decksteinen.
Es ist 5 m X 1,5 m lang. Auffällig ist die typische Neigung der Tragsteine.
Ehemals war es von einer trapezförmigen Einfassung von 55 m Länge und 8 m Breite umschlossen. Nur noch ein Einfassungsstein ist noch vorhanden.
An Hand der Länge hatte es vermutlich an die 100 Einfassungssteine und war somit größer als das Kleckener Langbett.
Es ist in NE- SW Ausrichtung und wurde 1950 restauriert und untersucht.
Es wurden zahlreiche Funde wie ein Trichterbecher mit gerundeten Bauch, ein Prachtbecher mit Dreieckzier, 3 Pfeilspitzen aus Feuerstein und 2 Feuersteinbeile gemacht.
Der Deckstein wurde damals wieder aufgelegt.
1995 vermutete der Archäologe von Laux die Grabkammer konnte nur von innen verschlossen werden und die Toten wurden mit einer Art Grabdiener eingeschlossen. Hierfür gibt es bis heute keine Belege. Vermutlich wurde ein Deckstein nach der Belegung erst später aufgesetzt.
 
 
 
 
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Das Bodenpflaster war bei der damaligen Ausgrabung noch komplett erhalten.
Knochenfunde zeugen von späterer Nachbestattung.
 
Der Dolmen in Langenrehm 
 
In Langenrehm am heutigem Ganaberg liegt ein stark zerstörter Dolmen.
Der Dolmen in Langenrehm hat die Sprockhoff- Nummer 672.
Es wird volkstümlich als „Der Hohe Stein“ bezeichnet.
Nur 5 Tagsteine und ein Abschlußstein sowie ein großer, schwerer Deckstein sind noch vorhanden.
Das Großsteingrab ist NW- SE ausgerichtet.
Vermutlich handelt es sich um eine ehemals holsteinische Kammer mit leichten Knick (Wegewitz). Es wurden zahlreiche Funde geborgen. Unter anderem Holzkohlereste, ein Feuersteinbeil, zwei Spitzen, zwei Feuerstein- Klingen, 5 querschneidige Pfeilspitzen aus Feuerstein und Reste eines Trichterbecher.
Es lassen sich Nachbestattungen der Einzelgräberleute bis in die ältere Bronzezeit nachweisen.
 
 
Dolmen in Wenzendorf
 
In Wenzendorf liegt ein stark zerstörter Dolmen.
Er hat die Sprockhoff- Nummer 671.
Es wird volkstümlich als „Der Margaretenstein bezeichnet.“
Nur vier Tagsteine und ein großer Deckstein sind noch vorhanden.
Ursprünglich lag der Dolmen in einem ovalen Hügel mit bis zu 16 Meter Durchmesser.
Das Großsteingrab ist exakt E / W ausgerichtet
Das Großsteingrab ist bis heute nicht untersucht worden.
 
 
Das Großsteingrab bei Eyendorf
 
 
Das Großsteingrab bei Eyendorf am Rande des Landkreis Harburg ist ein ebenfalls sehr beeindruckendes Beispiel der damaligen Baukunst der Trichterbecher Kultur.
Es ist heute noch ein schöner und zugleich imposanter Anblick, hoch gelegen auf einer Anhöhe mitten auf einen großen Feld.
Es hat die Sprockhoff- Nummer 675.
 
 
 
Da die meisten Kammern durch Zugänge wiederbetretbar waren, nahm man anfangs an, dass sie Erbbegräbnisstätten der Bauerngeschlechter gewesen seien, in denen mehrere Generationen bestattet wurden. Einzeln oder in Gruppen liegend spiegelten sie die Wohnweise in Einzelhöfen oder Hofgruppen wider. Im Gegensatz dazu steht die Theorie, die Errichtung der Anlagen für einen, sozial hervorgehobenen Menschen annimmt. Weitere Bestattungen in den Kammern sind demnach mitbestattete Diener oder Ehegatten, die ihren Herrn ins Jenseits begleiteten. Diese Theorie, die aufgrund von Befunden aus dem nordöstlichen Niedersachsen erarbeitet wurde, führt die Beobachtung an, dass die Funde eher auf eine für Erbbegräbnisse zu kurze Belegungsdauer (etwa 100 Jahre) hinweisen. Nicht nur die Frage der sozialen Stellung der Bestatteten (darunter auch Kinder) in den Anlagen kann beim derzeitigen Forschungsstand nicht beantwortet werden, auch in Bezug auf ihre Funktion steht man auf unsicherem Boden. Die Knochen der Menschen in den Großsteingräbern wurden, in z.B. lange Knochen und Schädelhaufen aufgeteilt. Viele Forscher kamen deshalb zu der Ansicht, die Toten seien zuerst auf Gestellen, Bäumen oder auch auf der Erde bis zum völligen Zerfall ausgesetzt und die Skelettreste anschließend unter Zufügung der Beigaben in den Grabkammern niedergelegt worden. Deshalb spricht man auch von Beinhäusern.
Manche Wissenschaftler gehen davon aus das die Plätze der Megalithenanlagen auch als Gerichts und Kultplätze dienten. Bis in Mittelalter sind diese Kultplätze auch bekannt durch die Germanen und als Thingsplätze bekannt. Es waren Volks- und Gerichtsversammlungs- Plätze. Die Orte, an denen man sich traf, mussten zentral liegen und gut zu finden sein. Häufig wählte man deshalb Hügel (oft Grabhügel) oder Plätze mit markanten Landmarken, wie Steinen oder Bäumen. Hierzu dienten auch Fixpunkte wie etwa hohe Berge, Täler, Landzungen oder Ausläufer der Eiszeitmoränen Thingplätze waren auch regionale Stammesheiligtümer, die meist in Hainen oder auf Bergen lagen. Es sind waren die Gerichtsplätze und zentralen Treffpunkte unsere Vorfahren. Hier stand oft eine Gerichtseiche oder Gerichtlinde bei der schon mal einer am Kragen aufgehängt wurde. An der Göttinger Gerichtslinde wurde am 20. Januar 1859 die letzte öffentliche Hinrichtung durch das Schwert vollzogen Der Thingplatz wurde ringsherum eingehegt (meist mit Steinen oder Haselstangen) und in ihm galt der Thingfriede. Hier wurde Gericht gehalten und die Steinkreise deuteten den Handlungsbezirk ab. Im germanischen Rechtswesen durfte Gericht nur „bei scheinender Sonne“ gehalten werden. Die Sonne war in der Weltanschauung des gesamten Nordens die Erzeugerin des Lichts, der Wärme und des Lebens, der Fruchtbarkeit und vor allem auch die Reglerin und Teilerin der Zeit. Ihr Jahreslauf wurde von Festen begleitet. Sie wurde darum zur persönlichen Gottheit. Hier wurde Asyl gewährt und Gesetze für die Sippengemeinschaft erlassen. Somit erklärt sich auch die Wahl eines geeigneten Platzes meist auf einer Anhöhe weithin für alle sichtbar. Ebenso grenzten die Bauwerke bestimmte Bezirke wie Herrschaftsgebiete, Stammesgebiete oder Clangebiete ab. Nach den Glaubensvorstellungen der Trichterbecherkultur wurden hier auch die alten Götter verehrt und bestimmte Rituale oder Opferrituale zelebriert. Es wurden Hochzeiten gehalten und Jahresfeste gefeiert. Die Toten wurden hier auf Ihre Reise in die andere Welt geschickt. Es war das Schattenreich. Der Bannkreis hielt die Toten in Ihrem Reich zurück. Für Ihre Überfahrt bekamen Sie Grabbeilagen, wie Gefäße mit Getränken und Speisen , Tiere, Perlen, Kleidung, Waffen etc.. Es war ein Umbruch im Gange: Die Mutter Erde, die Wiedergeburt wurde zur Idee neuer Glaubensvorstellungen. So dienten viele Gräber auch als markante und reizvolle Station der Himmelswege.
Wie die Pflanzen im Kreislauf der Natur so sollte der Mensch nach dem Tode im Kreislauf ins neue Leben geschickt werden Es gab ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl Der Mensch fand sich nun im Mittelpunkt der Natur wieder und brachte seine Empfindungen durch große Bauwerke zum Ausdruck.
Manche Anlage sind astrologisch ausgerichtet und bestimmten durch Festlegung der Tag und Nachtgleiche die Jahreszeiten. Es waren Kalender. Dies war wichtig für das Festlegen der regelmäßigen Versammlungstermine, der Tage des Aussäen und der Ernte aber auch für die Bestimmung der Jagd zu bestimmter Wildwanderungszeiten. Vielleicht wurden durch festgelegte Zeiten auch die Dauer von Regierungszeiten festgelegt. Ähnlich unser heutigen Amtszeiten.
So ist gibt es bestimmte himmlische Ausrichtungen. Durch Untersuchungen von Andreas Thom der Uni Leipzig sind 20 % der Anlagen dem Aufgang der Sonne zur Wintersonnenwende SE- NW und 10 % dem Aufgang der Sonne zur Sommersonnenwende NE-SW, nachempfunden. 10 % dem Sonnenlauf von OW. ... Aber 60 % der Anlagen sind dem Höchststand der Sonne NS oder 20 % geneigt NNE-SSW ausgerichtet.
Es gilt zu beachten das damals natürlich noch keine Himmelsrichtungen in unserem Sinne existierten. Nur durch langwierige Beobachtungen über generationen hinweg konnten solche Festlegungen geschehen. Gleiche Berechnungen liegen von Ewald. Schuld vor. Somit sind diese Anlagen als Sonnenheiligtümer zu betrachten. Die Sonne war der Wichtigste Bestand in Ihrem Leben.
Eine Sonnenwende oder Sonnwende (lat., griech. Der „Stillstand der Sonne“) findet zweimal im Jahr statt. Zur Wintersonnenwende - auf der Nordhalbkugel der Erde am 21. oder 22. Dezember – erreicht die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont, während der Sommersonnenwende am 21. Juni (an Orten nördlich des nördlichen Wendekreises) ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel sind die Verhältnisse umgekehrt, während des dortigen Winters ist auf der Nordhalbkugel Sommer.
Während einer Sonnenwende erreicht die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand vom Himmelsäquator. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator.
Diese gemachten Beobachtungen finden sich bei vielen Frühzeitlichen Völkern.
Das hier bestimmte Energiefelder der Erde oder Wasseradern sowie Magnetlinien der Erde ( Ley Linien ) verlaufen ist eine Theorie der Esoteriker. Ebenso ist die Frage nach einen einheitlichen errechneten Maß dem Megalithischen Yard noch nicht sicher geklärt. Das megalithische Yard von 0,829 welches über ganz Europa verbreitet ist könnte auch einem Schrittmaß entsprechen so wie früher Elle, Spanne oder Fuß ihre Verwendung bei Maßarbeiten fanden.
Heute findet die Untersuchung von Großsteingräbern mit modernster Technik und Methoden statt.
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sind helfen uns bei der Klärung der Beziehungen zwischen unbefestigten Siedlungen, Megalithgräbern, nicht megalithischen Grä­bern, Depotfunden und von Grabenwerken sowie der Veränderungen von Landschaft und Vegetation infolge der Landnutzung.
Dadurch entstehen zahlreiche Anknüp­fungspunkte für weitere Untersuchungen wie :
·        archäozoologische,
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·        pa­läopatho­logische,
·        paläodemo­gra­phische und auch
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Abschließend möchte der Verfasser darauf hinweisen das diese Bauwerke weltweit die am besten erhalten Stein- Anlagen der Frühzeit bzw. der Jungsteinzeit in Europa sind. Ähnliche Anlage dieser Art sowie alte Städte oder Tempelanlage finden sich heute nur noch bei Ausgrabungen unter der Erde und als Ruinen. Die großen uns bekannten Pyramiden wurden über ca. 2000 Jahre später gebaut. Die älteste bekannte Pyramide ist die Stufenpyramide des Djoser (der 3. Dynastie, um 2600 v. Chr).
Großsteingräber gibt es aber seit 4000 v. Chr.
 
Megalithenanlagen sind Monument für die Ewigkeit und sollte jeden von uns eine gewisse Erfurch einflößen auch angesichts der Tatsache das Sie praktisch direkt vor unser Haustür liegen.
Ich hoffe das jeder der einmal eine dieser Anlage besucht und von der Atmosphäre dieser Anlagen erfasst wird und seine Arbeit darauf setzt diese Anlagen zu schützen und zu erhalten.
Vielleicht ist es gar nicht verkehrt das die breite Öffentlichkeit angesichts der Zerstörung vieler dieser Anlagen keine Kenntnis hiervon hat und der Verfasser und der Leser somit Träger eines einmaligen, magisches, geheimnisvolles Wissens ist.
 
Wer einmal die Zeit hat sollte die Straße der Megalithenkultur im Emsland abfahren. Hier im Emsland gibt es auf einer Route von 200 Km gut 40 Großsteingräber zu sehen.
 
 
 
 
Verfasser Sven Poslednik 2011

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