Die historischen Grenzsteine im Rosengarten

 
Früher wurden Grenzen häufig durch markante Grenzsteine gekennzeichnet. Einer der auffälligsten Grenzsteine ist der Moisburger Stein in Neugraben. Der Stein wurde damals als Grenzmarkierung zwischen den Ämtern Harburg und Moisburg gesetzt. Heute verläuft hier die südliche Grenze des Hamburger Staatsgebietes. Jenseits des Moisburger Steins begann das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, das spätere Königreich Hannover und grenzte das Gebiet vom Bauernwald ab. Diese Grenzsteinreihe bestand ursprünglich aus 65 entsprechend nummerierten Steinen im Wald zwischen Langenrehm und Neugraben.
 
Auf der Seite zum Bauernwald haben die Findlinge ein N (=Nummer) mit römischen Ziffern XIV bis XIX eingearbeitet, auf der Seite zum Staatsforst befindet sich ein Wolfsangelzeichen. Anfang und Ende sind durch zwei noch heute erhaltene monumental gestaltete Sandsteinstelen markiert: den Sieverser und den Moisburger Stein.
 
In dem Moisburger Stein sind die Initialen von Georg II eingemeißelt, der nicht nur Kurfürst war, sondern gleichzeitig britischer König. Die römischen Ziffern MDCCL stehen für die Jahreszahl 1750. Das Zeichen darunter ist eine sogenannte Wolfsangel, hier als Symbol der Welfenherrschaft verwendet. Der Moisburger Stein ist der 65. und gleichzeitig letzte Stein einer Grenzreihe die von Neugraben bis nach Leversen quer durch den Rosengarten Forst führt.
Die Reihe der verbliebenen Steine hat die Bezeichnung N21- N 28.  
Mitten im Wald bei Alvesen- Vahrendorf bei Harburg gibt es aber eine weitere vergessene Grenzsteinlinie welche viel früher und schon im 14. Jahrhundert gesetzt wurden. Diese Steine sind fast vergessen und liegen teils gut versteckt im Wald. Sie dienten der Abgrenzung des 1057 erworbenen Besitzes des Klosters Harsefeld (lateinische Kreuze), des 1412 erworbenen Besitzes des Alten Klosters Buxtehude (Rostzeichen) sowie des erzbischöflich-bremischen Stiftsbesitzes (griechische Kreuze). Später ab dem 17. Jahrhundert markierte der "Scharfe Stein" - ein besonders markantes Exemplar - die neue Grenze zwischen den Ämtern Moisburg und Harburg. Wer sucht der findet diese beeindruckenden Steine mit Kreuzsymbolen und Wolfsangelzeichen im Rosengarten- Forst bei Alvesen, Sottorf und Leversen. Die Steine sind auf einer historischen Karte markiert. Sie werden mit S 1 bis S 28 bezeichnet.
22 Steine sind noch bekannt, ursprünglich waren es mit Sicherheit mehr. Leider ist ihre Zahl noch im vergangenen Jahrhundert zurückgegangen. Diese Steine sind heute als Kulturdenkmal geschützt, d. h. als Zeugnis menschlicher Geschichte, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht.
Die alten Grenzsteine (auch Abmarkung, Markstein oder Bannstein) im Rosengarten Forst werden auch oft als Kreuz- beziehungsweise Schedel-Steine beschrieben. Die Bezeichnung Schedel-Stein hat nichts mit „Schädel“ zu tun, sondern bedeutet Grenzstein.
Die mittelalterlichen Schedelsteine sind unbearbeitete oder nur gering beschlagene Findlinge mit eingemeißelten Markierungen, vor allem Kreuzen. In vielen Gebieten Deutschlands lassen sich diese Steine heute noch finden und erzählen Ihre eigene Geschichte.
Inzwischen ist eine weitere Reihe von Grenzsteinen bekannt geworden. Sie beginnt weiter westlich in der Nähe des Karlsteines an der Rosengartenstraße in dem Waldgebiet Kölken oder Frömblingsholz. Auch diese Reihe läuft auf den Moisburger Stein zu. Sie ist ebenfalls seit 1750 vorhanden.
Die beschriebenen Grenzsteinreihen waren Forstgrenzen. Sie teilten den Forst der Allergnädigsten Herrschaft - König (Rex) Georg II. - vom Bauernwald ab. Solche Steine sind auch aus Haake und Emme, Eißendorfer Sunder, Garlstorfer Wald, Toppenstedter Wald, Neukloster sowie Spann und Grevenhoop bekannt.
Sven Poslednik
 

 

Der Moisburger Stein ist der Anfang einer Grenzreihe durch den Rosengarten Wald

Der Moisburger Stein. Ein ähnlicher Stein steht heute beim Rathausplatz / Museumsachse in HarburgDie Steine sind aus der Zeit um 1750 ( MDCCL )Der Stein wurde damals als Grenzmarkierung zwischen den Ämtern Harburg und Moisburg gesetzt. Heute verläuft hier die südliche Grenze des Hamburger Staatsgebietes. Jenseits des Moisburger Steins begann das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, das spätere Königreich Hannover. In den Stein sind die Initialien von Georg II eingemeißelt, der nicht nur Kurfürst war, sondern gleichzeitig britischer König. Die römischen Ziffern MDCCL stehen für die Jahreszahl 1750. Das Zeichen darunter ist eine sogenannte Wolfsangel, hier als Symbol der Welfenherrschaft verwendet.

Hier bin ich bei einer meiner vielen Excusionen den Steinen auf den Grund gegangen und habe schöne Exemplare gefundenS1

S2

Der Stein S 2 ist einer der ersten der Steinreihe durch den Rosengarten

Oben Grenzstein S12

Grenzstein S13 Vorderseite Dieser Stein ist als Scharfer Stein bekannt und steht an eine Weggabelung und war gut zu findenS13

 

Grenzstein S13 Rückseite oben ..........Der Grenzstein S 14 ist unten zu sehen

Es folgen die Steine S17- S21 direkt an der Straße

S17

S18

S19 u S20

S19 u S20 stehen zusammen mit Kreuz und Rostkreuz

Grenzstein S19 oben

Der Grenzstein S 20 hat das Wolfsangelzeichen auf der Rückseite. Hier muss früher einmal dichter Wald gewesen sein, da diese Zeichen darauf deuten das hier Jagdgebiet war. Auf dem Hauptwanderweg dem Rüschweg von der Modder Eiche stehen eine ganze Menge Steine mit Wolfsangelzeichen........

Der Grenzstein S21  oben ......Es folgen noch 3 Bilder mit Steinen am Rüschweg mit dem Wolfsangelzeichen 

Neben der Steinreihe der bezeichneten Steine S1 bis S25 gibt es noch eine Steinreihe mit römischen Ziffern N21-N28

N23

N24

N24 hinten mit Wolfsangelzeichen

N25

In Harburg vor dem Standesamt steht auch ein alter Grenzstein unbekannter Herkunft

 

Nach oben